10. Wushu Weltmeisterschaft Update PDF Drucken E-Mail
Montag, den 26. Oktober 2009 um 00:00 Uhr

WM 2009 in Toronto

Für die Weltmeisterschaft 2009 in Toronto (Canada) qualifizierten nach der Deutschen Meisterschaft und zwei Kaderlehrgängen sieben Sportlerinnen und Sportler in jeweils zwei bzw. drei Disziplienen:
- Benjamin Baumhauer (Nanquan, Nandao),
- Christoph Huynh (Changquan, Jianshu, Qiangshu),
- Jakob Lenz (Sanshou),
- Leyla Özbek (Changquan, Jianshu),
- Necla Özbek (Nanquan, Nandao),
- Alexander Schmidt (Nanquan, Nangun),
- Maren Schubert (Nandao, Nangun),
- David Török (Gunshu, Daoshu)
Das Nationalteam trat am 23.10.2009 die Reise nach Toronto an. Als Teamleiter begleitete Dr. Felix Ulmer-Zhuo die Manschaft. Zhuo Haojun wurde als Schiedsrichter entsand. Leider konnte Benjamin Baumhauer aus gesundheitlichen Gründen nicht teilnehmen.

Insgesamt nahmen fast 50 Teams aus verschiedenen Regionen und Ländern teil. Viele sehr starke Teams, v.a. aus Asien, wie z.B. Vietnam, Thailand, Myanmar und andere, konnten nicht teilnehmen, da im Vorfeld keine Visa für die Einreise nach Canada erteilt worden waren. .

Trotzdem war die Leistungsdichte enorm hoch, so dass sich die Athleten, um eine vordere Platzierung zu erhalten, keine auch noch so kleinen Fehler leisten konnten. So kam es z.B., dass China in zwei Disziplinen überraschenderweise weiter hinten landete (Männer Changquan, Frauen Taijiquan). Die Teams aus Japan, aber auch Korea sowie Malaysia und Indonesien zeigten sich außerordentlich stark.

Das deutsche Team wurde vom Pech verfolgt. In Frankfurt wurde der Flug abgesagtDie Sportler kamen auf Umwegen schließlich mit einem Tag Verspätung in Toronto an und verpassten die Eröffnung. Auch die Waffen kamen erst Tage nach den Athleten in Toronto an, so dass sich die deutschen Sportler Waffen für ihre Einsätze ausleihen mussten. Für einen ausführlichen Bericht dazu vonh Maren Schubert aus München s.u. Trotz individueller Höchstleistungen war der Start unter diesen Voraussetzungen ohne Konkurrenz. Dennoch konnten die deutschen Athleten ihre Platzierungen im Gegensatz zu vorherigen Weltmeisterschaften verbessern.

Statistik der WM
- Ca. 500 Athleten
- 22 Taolu Disziplinen (w, m)
- Sanshou 90KG +: 11 m, 7 w

- Deutschland: Taolu 7 Teilnehmer
- Sanda, 1 TN, 90kg+  , erreichte dritten Platz

Taolu: Goldmedaillen - Länder und Regionen: 13 Länder

22 Goldmedaillen:
- Asien: 18 Goldmedaillen (9 Länder)
- Europa: 2 Goldmedaillen (Russland, Italien)
- Nordamerika: 2 Goldmedaillen (USA, Canada)

Medaillen: 15 Länder
- Europa: 3 Länder (Russland, Italien, Ukraine)
- Asien: 10 Länder
- Nordamerika:  2 Länder (USA, Canada)

Die ersten 8 Platzierungen: 23 Länder
- Europa: 9 Länder, darunter Deutschland
- Nordamerika: 2 Länder
- Asien: 12 Länder

Sanchou
- Beste errungene Platzierung: 3.Platz

Platzierungen Deutschland

Teilnahme an 11 Disziplinen von insg. 22 Taolu Disziplinen und eine Sanshou Disziplin

- Jakob Lenz: Sanshou: 3. Platz (90kg+).
- Leyla Özbek: Jianshu: 9. Platz von 25 Teilnehmern, Changquan: 29. Platz von 42 Teilnehmern.
- Necla Özbek: Nandao: 8. Platz von 15 Teilnehmern, Nanquan: 9. Platz von 15 Teilnehmern.
- David Török: Daoshu: 17.Platz von 46 Teilnehmern.
- Alexander Schmidt: Nangun: 20. Platz von 36 Teilnehmern, Nanquan: 35 Platz von 38 Teilnehmern.
- Christoph Huynh: Qiangshu: 16. Platz von 20 Teilnehmern, Jianshu: 17. Platz von 24 Teilnehmern, Changquan: 38. Platz von 64 Teilnehmern.
- Maren Schubert: Nandao: 13. Platz von 15 Teilnehmern, Nangun: 10.Platz von 15 Teilnehmer.

Einige Fotos zur WM gibt's hier.

 

Nach einem Artikel von Maren (Danke!):
Am 23.10.2009 ging die Reise für alle Sportlerinnen und Sportler des Nationalteams los:Treffpunkt Frankfurt Flughafen.

Treffpunkt Frankfurt Flughafen



Alles fing gut an, bis unser Flug von Frankfurt nach Amsterdam abgesagt wurde und wir auf eine Lufthansa-Maschine umgebucht wurden. Da uns versichert worden ist, dass alles kein Problem sei, stiegen wir voller Vorfreude in den Flieger, denn noch ahnten wir nicht welches Abendteuer uns bevor stand!



Unser Flug nach Amsterdam hatte etwas Verspätung ... kein Problem für gut trainierte Sportler ... nach einem Sprint durch den gesamten Flughafen und vielen Schweißtropfen später erreichten wir das Gate gerade noch rechtzeitig und reichten völlig außer Atem aber guter Dinge unsere Bordkarte ein. Doch wie es der Teufel will erklärte uns die Dame am Bordingpoint mit einem umwerfenden Lächeln: "sorry, Sie dürfen nicht mitfliegen, da Sie nicht auf diesen Flug gebucht sind!"
Die Fluggesellschaft hatte doch tatsächlich versäumt uns für den Anschlussflug zu buchen. So standen wir nun mit hochrotem Kopf am Gate und mussten zusehen wie unser Flieger nach Toronto in den Himmel stieg.
"Kein Problem" erklärte man uns, "gehen Sie bitte zum Servicepoint T6 und ziehen Sie dort eine Nummer, Sie werden dann umgebucht."
Nach dem wir erneut den Flughafen in windeseile durchquert und uns vom ersten Schreck etwas erholt hatten, zogen wir die besagte Nummer. Schon nach kurzer Wartezeit wurde uns klar, dass etwas mit dem Computersystem, das die Nummern vergibt, nicht stimmt, da es wild durcheinander gewürfelte Zahlen ausspuckte.
Nach wir ca. 4 Stunden gewartet hatten auf Heizungskörpern und Stühlen, und vom großzügigen Service kostenlosen Wasserserquickt hatten (und verzweifelt versuchten das Organisationsteam der WM zu erreichen), brachten wir weitere 2 Studen mit heftigen Diskusionen zu, um zu erklären, dass einen Buchungsfehler der Gesellschaft vorläge.


Verschiedene Ansprechparter stellten schließlich fest: Es gäbe leider sowieso keinen Flug mehr nach Toronto, man könne leider nichts für uns tun, wir sollten froh sein, dass wir auf den nächsten Tag überhaupt noch eine Maschine bekämen - man könne uns ja aber auch nach Frankfurt zurückfliegen.
Es sah so aus, als ob die Weltmeisterschaft schon jetzt für uns zu ende wäre. Als letzte Möglichkeit bestanden wir auf einem Gespräch mit dem verantwortlichen des Servicbereiches, der uns höflichich, professionell, eloquent und mit breitem Grinsen erklärte, wir seien schließlich selbst für diese missliche Situation verantwortlich.

Geschlagene 1,5 Stunden heftiger Diskusion später stelte er plötzlich fest, dass ein "Versehen" vorlag und dass ein abgesagter Flug tatsächlich nicht unser Vergehen sei. Wenigstens kamen wir so in den Genuss eines Bettes und Abendessens und machten das Beste aus dem Aufendhalt im Meriot Hotel bei Essen, Fitnessraum und Sauna.



Unser Temleader Felix und seine Frau schlugen sich noch die Nacht am Telefon um die Ohren und versuchten alle Hebel in bewegung zu setzen, damit die Registrierung zur Meisterschaft noch akzeptiert würde - um ca. 4 Uhr klar, dass wir noch noch eine Chance auf die Zugelassung hätten.

Um noch am 24.10.2009 in Toronto anzugkommen hatte man uns eine Flugverbindung von Amsterdam nach Montreal und von Montreal nach Toronto gebucht. Vor dem Abflug ließen wir sicherheitshalber drei Mal die Gepäckliste kontrollieren, um sicher zu gehen, dass bei den Umbuchungen auch unser Gepäck mitgeliefert würde. Es durfte einfach nichts mehr dazwischen kommen, da bereits am 25.10.2009 der Wettkampf begann.


"Kein Problem, es sind alle Gepäckstücke gelistet." versicherte uns die Dame am Bordingpoint. Ziemlich erschöpft aber doch erleichter, dass es jetzt endlich weiterging, bestiegen wir das Flugzeug - allerdings begleitete uns immer noch die Ungewissheit ob wir wirlich ohne Probleme starten durften.

In Montreal angekommen passierten wir problemlos die Passkontrolle und erwarteten ungeduldig unser Gepäck, da die Zeit bis zum Anschlussflug schon ziemlich knapp war. Unsere Koffer plumsten alle nacheinander auf das Gepäckband, doch unser Sperrgepäck (Wushu-Waffen) wollte einfach nicht auftauchen. 25 Minuten zum Umsteigen, keine Waffen, keine Gewissheit wirklich am nächsten Tag starten zu dürfen, wir wahren am Ende. Ab "baggage reclaim"-Schalter konnte schnell festgestellt werden, dass alle unsere Waffen trotz Zusage noch friedlich in Amsterdam lagen. Mit etwas Glück könnten die Sachen aber noch rechtzeitig geliefert werden, versuchte man uns zu trösten.

Weitere Formulare und Stempel später, rannten wir wirderum durch den gesamten Flughafen und (oh Wunder) schafften es dieses Mal tatsächlich, mitgenommen zu werden. Hinter uns wurde die Türe geschlossen und los gings. So kamen wir tatsächlich noch am Abend in Toronto an.



Wer gedacht hat, dass jetzt alles gut sei, wurde eines besseren belehrt. Wegen der Eröffung der Meisterschaft hatte das Organisationskomitee vergessen abzuholen.


Gottseidank war nach 2 Stunden dann aber doch der Bus da, der uns zu unserem Hotel brachte.

In Toronto angekommen konnten wir die Registrierung tatsächlich noch erledingen und fielen dann endlich einigermaßen glücklich nach Mitternacht ins Bett.

Am 25.10.2009, dem ersten Wettkampftag, starteten Necla Özbeck mit Nandao, Leyla Özbeck mit Changquan, Maren Schubert mit Nandao, Christoph Huynh mit Jianshu und Qiangshu und Alexander Schmidt mit Nangun.


Da die Waffen nicht angekommen waren, mussen wir sie uns leihen. Team Canada und Team Venezuela halfen hier netterweise aus. An dieser Stelle bedankt sich das Deutsche Team ganz herzlich für das Vertrauen der Sportler, die uns Ihre Waffen geliehen haben. Unter den widrigen Umständen lieferten alle Sportler eine sehr gute Leistung, jedoch mit ungewohntem Trainignsgerät außer Konkurrenz.
Am Abend im Hotel ereilte uns eine freudige Nachricht: unsere Langwaffen warenangekommen - leider zu spät. Doch unser Packet mit den Kurzwaffen blieb weiterhin verschollen.

26.10.2009

Der Rest folgt in Kürze

 

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 22. November 2009 um 19:49 Uhr
 
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