| Kurs und Examinierung zur Duan-Graduierung |
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| Montag, den 26. Oktober 2009 um 00:00 Uhr |
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Seminar und Prüfungen Trotz der kurzen Vorlaufzeit haben und die Teilnehmer mitgeteilt, dass die Veranstaltung sehr gut war und viel Motivation geschaffen hat. Auf der diesjährigen Frankfurter Buchmesse – mit der Volksrepublik China als Ehrengast – wurde das soeben erschienene 27‐bändige Werk über Kriterien und Inhalte des Wushu‐Duan‐Graduierungssystems von Herrn Prof. Kang Gewu, Generalsekretär der Chinese Wushu Association (CWA) sowie Inhaber des 9. und höchsten Duan und Frau Dr. Liu Beijian, Vizepräsidentin der Chinese Wushu Association (CWA), präsentiert. Anlässlich dieser Buchvorstellung fand erstmalig in Deutschland eine Graduierungsprüfung für die chinesischen Kampfkünste, Wushu, für den 1. bis 6. Duan statt. Veranstalter waren die Chinese Wushu Association & die Deutschen Wushu Federation (DWF) und Ausrichter waren die Deutsche Wushu Federation & das Asia Kung Fu Zentrum in Frankfurt am Main. Das Prüfungskomitee setzte sich neben Frau Liu Beijian, der Vizepräsidentin der Chinese Wushu Association, aus hochkarätigen und international bekannten Wushu Persönlichkeiten zusammen: Die Prüflinge kamen größtenteils aus Deutschland sowie aus Frankreich und England, insgesamt waren es 60 Personen. Die Anreise erfolgt am Freitag, den 16. Oktober 2009, nachmittags und führt eine Gruppe von Teilnehmern direkt auf die Buchmesse und zur Präsentationsveranstaltung. Professor Kang gibt einen Überblick über Wesen und Inhalt des Duanprüfungssystems; praktisch erläutert werden seine Ausführungen von Frau Li Bin und Herrn Sha Junjie sowie ausgewählten Prüfungsteilnehmern. Nach einem chinesischen Abendessen im Asia Kungfu Zentrum folgt eine Einführung in den Ablauf der Duanprüfung durch Prof. Kang, hervorragend übersetzt von Herrn Hans‐Kurt Schäfer (7. Duan), der Jahrzehnte lang in China und Hongkong lebte. Anschließend teilen sich die Teilnehmer für das praktische Seminar in zwei Gruppen; in anderthalb Stunden erarbeiten die Prüflinge bei Frau Li Bin und Herrn Sha Junjie eine kurze Sequenz mit 10 Bewegungen im Yang‐ bzw. Chen‐Stil, deren Hälften sich zu einer Partnerform zusammenstellen lassen. Begleitet wird dies von den kritischen Blicken der Prüfer, die allen Teilnehmern guten Lernerfolg bescheiden. Ihr Augenmerk gilt auch dem Verhalten der Prüflinge, da im Duanprüfungsverfahren – im Gegensatz zu Wettkampfveranstaltungen – dem Bereich der Kampfkunsttugenden (Wude) neben der Kampfkunsttechnik große Bedeutung zugemessen wird. Hier werden auch die Empfehlungen der Lehrer des Prüflings berücksichtigt. Die Theorieprüfung besteht aus dem Verfassen eines Artikels von 500 bzw. 1500 Worten. Für den 1. bis 3. Duan lautet das Thema: Warum trainiere ich Wushu? Und: Was für Gefühle habe ich dabei? Die Prüflinge für den 4. bis 6. Duan haben in ihrem längeren Aufsatz die Charakteristika und Techniken des von ihnen praktizierten Wushu‐Stils zu erläutern. Für viele wird es daher eine kurze Nacht, die fleißigsten schreiben bis 4:00 Uhr morgens daran. Doch auch am folgenden Vormittag sieht man noch einige eifrig an ihren Aufsätzen feilen – die Gedanken zum Thema sind wohl in der Nachtruhe ausgereift. Am Samstag, den 17. Oktober 2009, beginnt um 9.00 Uhr die praktische Prüfung. Diese besteht aus dem Laufen einer vom Prüfling gewählten Handform, die jedoch dem Niveau des angestrebten Duangrades entsprechen muss. Ab dem 3. Duan muss auch eine Waffenform gezeigt werden. Ausreichend ist meist ein kleiner Teil der gewählten Form (8 bis 10 Bewegungen) bis von den Prüfern ein Stop‐Signal erfolgt. Der glatte Boden ist etwas ungünstig, so dürfen schwierige Bewegungen ausdrücklich weggelassen werden. Dank der Disziplin aller Beteiligten wird dieser Teil pünktlich um 12.00 Uhr beendet.
Um 14.30 Uhr findet eine kurze Zusammenfassung und Erläuterung durch Herrn Prof. Kang und anschließend die Verleihung der Urkunden durch Dr. Liu statt – Herr Prof. Kang überreicht die Abzeichen und Ausweise. Mit einem sehr guten Ergebnis: 20 Personen erhalten den 1., 8 den 2. Duan, 14 Teilnehmern kann Frau Liu die Urkunde für den 3. Duan übergeben, 11 Prüflinge erreichen den 4. Grad und 3 bzw. 4 Personen werden mit dem 5. bzw. 6. Duan ausgezeichnet.
Anmerkung: Der Ablauf dieser Prüfung gestaltete sich aufgrund der Kürze der zur Verfügung stehenden Zeit anders als bei einer Prüfung in China. Auch gibt es für außerhalb von China lebende Wushu‐Praktizierende Ausnahmen von der in China üblichen Regelung, dass die Duanprüfungen nur der Reihe nach, also zuerst 1., dann 2., dann 3. Grad usw. mit entsprechender Wartezeit bis zur Anmeldung zur Prüfung für den nächsten Grad, abgelegt werden können. Des Weiteren wurden keine Anmelde‐ und Seminargebühren erhoben; neben der Unterkunft und Hallengebühr fiel lediglich die Prüfungsgebühr an. |
| Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 22. November 2009 um 19:36 Uhr |



Nach Durchsicht der Artikel für die Theorieprüfung – auch hier ziehen die Prüfer eine sehr positive Bilanz, so heißt es: die Aufsätze sind genau und „mit Herz“ verfasst – zieht sich das Prüfungskomitee zur Beratung über die Duangraduierungen zurück. Hierbei ergeben sich auch Veränderungen gegenüber dem Anmeldestand, indem einer ganzen Reihe von Teil‐nehmern ein höherer Grad zugestanden wird als der angestrebte. Leider gibt es auch Tiefer‐stufungen, jedoch nicht bei DWF‐Mitgliedern; dies wird den Prüflingen aber nicht negativ angerechnet. Die Prüfer sind sehr zufrieden mit der Leistung der Teilnehmer, den DWF‐Mitgliedern wird eine ganz genaue und korrekte Ausführung der Bewegungen bescheinigt.

